Wie macht ihr das mit dem Lernen?

Dieses Thema im Forum 'Diskussion Psychologie' wurde von KaBe gestartet, 31 August 2008.

  1. Hallöchen,

    ich bin zwar schon in einem anderen Studiengang eingeschrieben, habe aber trotzdem noch immer so meine Problemchen mit dem Lernen bzw. der Vorgehensweise.

    Wie geht ihr an den Stoff ran?

    Wenn ich die Skripte nur lese und die Aufgaben dann kommen ist zu wenig hängengeblieben.

    Wenn ich mir Notizen (sprich: Zusammenfassungen) mache, schreibe ich fast das selbe was im Heft steht noch einmal ab, was 1. sehr zeitaufwendig und 2. auch nicht der Sinn der Sache ist - ODER?

    Wenn ich mir Dinge unterstreiche bin ich beim zweiten Lesen ziemlich abgelenkt und empfinde oft andere Dinge als "markierungswürdig" als beim ersten....ARGH!

    Für 1000x Durchlesen fehlt mir schlicht und ergreifend die Zeit.

    Hat da jemand irgendwelche Erfahrungen mit anderen Vorgehensweisen und könnte mir mit Tipps dienen??

    Ich finde es außerdem auch ziemlich schwer, den Stoff zu behalten, weil der Hauptteil meines Lebens halt aus meiner Arbeit besteht und dadurch die Unithemen leider nicht ständig present sind....geht das außer mir noch jemandem so oder bin ich damit alleine??

    Würde mich freuen mal von euren Erfahrungen etc. zu hören.

    Liebe Grüße und noch einen schönen Restsonntag
    Kathrin
  2. Hallo Kathrin,

    ich studiere seit zwei Jahren nebenberuflich Wirtschaftsingenieurwesen an einer Fachhochschule und werde dies im Herbst mit Psychologie ergänzen – man gönnt sich ja sonst nichts. :)

    Einer der ersten Kurse an der FH war Wissenschaftliches Arbeiten, bei dem unter anderem auch auf mögliche Lernstrategien eingegangen wurde. Der Beginn einer entsprechenden und für einen selbst passenden Strategie ist festzustellen, welchem Lerntyp man entspricht. Prinzipiell unterscheidet die Theorie drei Lerntypen: auditiver, visueller und motorisch-kinästhetischer Typ. Manchmal wird diese Aufzählung auch mit dem kommunikativen Lerntyp ergänzt.

    Folgende Lernvarianten sind den drei Typen zugeordnet:

    Auditiv: Laut lesen, Hörbücher, Vorträge/Präsentationen besuchen oder selbst halten, Nachsprechen

    Visuell: Textmarker, Symbole zuordnen, Bilder, Mindmaps erstellen

    Motorisch-kinästhetisch: Strukturen schaffen und logische Abläufe vor dem geistigen Auge ablaufen lassen, Filme, Gespräche führen, Ausprobieren

    Einen Lerntypen-Test gibt es hier: Test: Lerntypen-Test: Welcher Lerntyp bin ich?

    Mein Ergebnis dieses Tests hilft mir leider wie das eines vor zwei Jahren gemachten nicht wirklich weiter, da bei mir alle drei Typen relativ gleich ausgeprägt sind. Die besten Lernergebnisse habe ich mit dem Erstellen von Mindmaps, von wissenschaftlichen Arbeiten, von Fragen- und Antwortkatalogen, dem Führen von Diskussionen sowie Abhalten von Präsentationen gemacht. Gerade beim Vortragen eines Sachverhaltes oder eines Themas verfestigt sich das eigene Wissen ungemein. Steht kein „Publikum“ zur Verfügung, kann man sich ja dem sog. „Lern-Larry“ bedienen und seinem Haustier, einer Pflanze oder einem Gegenstand das erzählen, was man zu erzählen hat.

    Weitere Informationen finden sich im Internet, einfach googeln.

    Liebe Grüße nach Xanten,

    Michael
  3. Hallo Kathrin, Hallo Michael!

    Das ist ja interessant mit dem Lerntyp-Test. Das werde ich morgen gleich mal machen. Ich weiß aber auf jeden Fall schon einmal, dass ich auch sehr gut lernen kann, wenn ich es jemandem erzähle. Ich glaube, es gibt keinen Hund auf der Welt, der psychologisch schon so gebildet ist... :D

    Ansonsten werde ich es jetzt mal mit Hilfe einer Lernkartei versuchen. Die funktioniert nach dem Prinzip Lernen durch Wiederholung und ist Freeware. Zu finden unter: Softwareseite

    Im Moment schreibe ich beim Lesen von Fachliteratur Fragen und Antworten auf, in der Hoffnung, dass ich nicht dauernd anfange, die Bücher wieder von vorne zu lesen. Mal sehen, wahrscheinlich versuche ich das auch mit den Skripten. Wenn ich die Software richtig verstanden habe, ist es auch möglich, Dateien auszutauschen. Also, wenn euch die auch interessiert... ;) Allerdings ist sie hauptsächlich dazu geeignet, Online zu lernen.

    Liebe Grüße
    Bine
  4. Hallo Kathrin,

    mir geht es exakt genau wie Dir:(

    Ich bin ein total kommunikativer Lerner, wie praktisch bei einem Fernstudium:rolleyes:

    Ich wünsche uns die Erleuchtung!

    LG, Bea
  5. Hallo!

    Ich lerne am besten, indem ich mir eigene Lernskripten erstelle. Ich gehe dabei so vor:

    Ich lese mir das Material aufmerksam durch und streiche bedeutsame Stellen mit Textmarker an. Finde ich weitere wichtige Zusammenhänge, schreibe ich in das Lernmaterial (oder auch in das Buch, ich nehme da keine Rücksicht :rolleyes:) noch mit Bleistift daneben, was mir aufgefallen ist.

    Nach einem bestimmten Abschnitt (das kann ein Kapitel sein oder mehrere Unterkapitel, je nachdem, was meiner Meinung nach noch zu zusammengehört und wieviel ich auf einmal verstehen und mir etwa merken kann) schreibe ich eine Zusammenfassung des Inhaltes, meistens am PC, da kann man hinterher noch gut Zusätzliches reinschreiben!!!

    Beim Schreiben achte ich dann auf Überschriften und einen sinnvollen Aufbau, so dass das ganze auch ohne die Primärliteratur noch gut zu verstehen ist. Hier kann man dann gut die eigenen Notizen, z.B. weitere Erklärungen, die vorher mit dem Bleistift an den Rand geschrieben wurden, dazuschreiben!

    Ich schreibe alles stichwortartig auf, aber so viel, dass hinterher nichts fehlt, dann kann man es gut lernen!

    So arbeite ich mich durch das gesamte Material. Dinge, die mir sowieso selbstverständlich ercheinen, schreibe ich meistens nur ganz kurz stichwortartig auf.

    Das hört sich jetzt erst mal sehr aufwändig an, aber
    1. Man befasst sich wirklich mit dem gesamten Material
    2. Man entwickelt seine eigenen Lernunterlagen, die man für die Prüfung dann wieder gut rausholen kann!

    Und es ist EHRLICH weniger Aufwand, als wenn man über das Material immer wieder drüberliest und nichts hängenbleibt!

    Und da man sich von Anfang an sehr intensiv mit dem Material befasst, ist es auch keine "leere" Lernzeit (wie oft habe ich schon über Lehrmaterial gesessen und "gelesen" und hinterher gemerkt, dass ich schon Seitenlang abgeschaltet hab!)

    So, ich hoffe, das hilft dir weiter! Ist auf jeden Fall einen Versuch wert!!!

    Liebe Grüße
    Kristina

    (ich arbeite gerade auf diese Art und Weise 2 Statistikbücher durch, da ich befürchte, dass die dafür vorgesehene Zeit für mich nicht ausreicht)
  6. Hallo,

    ich gehe in ähnlicher Weise vor wie Kristina. Vor Prüfungen arbeite ich meine Skripte nochmal durch und erstelle Karteikarteikarten vom Wichtigsten.

    Bines Hinweis auf die Freeware Lernkartei finde ich klasse - Danke Bine!

    LG Carin
  7. Hallo
    für das BWL Studium habe ich nie Karteikarten und Zusammenfassungen erstellt, sondern mit Leuchtstift die Skripte markiert und mir wenn angebracht Notizen nebendran gemacht. Vor den Klausuren habe ich dann nochmals die Skripte gelesen. Ich lese aber sehr schnell... Ich muß auch zugeben, dass ich kaum Sekundärliteratur gelesen habe - ich hatte nicht die Zeit und mein Ziel war es zu bestehen, nicht unbedingt super gut zu bestehen
    lg
    teddine
  8. Laut dem Lerntyptest bin ich zu 70% visuell, zu 42 auditiv. Ich habe mir angewöhnt, die Texte erst einmal locker runterzulesen ohne alles gleich verstehen zu wollen. Dazu decke ich mir den unteren Text soweit ab, dass ich nur eine oder zwei Zeilen sehe. Ansonsten wird der Blick ständig auf folgende Passagen abgelenkt und außerdem erhöht sich die Lesegeschwindigkeit erheblich. Danach bearbeite ich das Skript nochmal, diesmal mit Leuchtstift und Nachschlagen von unbekannten Begriffen. In dem Stadium kann man die Texte jedenfalls keinem mehr anbieten wegen der vielen Randbemerkungen. Dazu nutze ich noch die Lernkartei, die Bine angesprochen hat.
    Kristinas Vorgehensweise find ich sehr interessant, das Zusammenfassen werde ich mal ausprobieren. Praktisch ist ja, dass man für die Prüfungsvorbereitung nur noch einen stark komprimierten Informationswust durcharbeiten muss.

    LG
    Ulli
  9. ich bin ein kommunikativer Typ - Yeah...

    Hallo Zusammen,

    habe auch endlich den Lerntyptest gemacht und... - ich bin von allem ein bisschen. Das einzige, was die 50% überschreitet, ist der kommunikative Typ... Da zitiere ich doch Bea "wie praktisch bei einem Fernstudium" (Bea 2008) :rolleyes:

    Also wenn es so richtig los geht, freue ICH mich wirklich über einen Austausch!!!

    Ach so, fällt mir grad so ein: Habe noch ne gute Software für Literaturverwaltung und Wissensorganisation: Citavi - Literaturverwaltung und Wissensorganisation

    Gibt eine free-Version, die alles kann, nur pro Projekt auf 100 Datensätze begrenzt ist. Habe im letzten Semester damit eine Hausarbeit geschrieben und bin lange nicht an die 100 Datensätze gekommen. Ich fand diese Software wahnsinnig hilfreich, allerdings muss man sich ein oder mehrere Weilchen damit beschäftigen, damit man sie einigermaßen sinnvoll nutzen kann. Deswegen erzähle ich euch jetzt davon, weil der eine oder andere ja vielleicht Interesse dran hat und bevor uns die Psycho-Unterlagen erschlagen... :hmmm:

    Liebe Grüße
    Bine :winke:
  10. Hallo,
    ich benutze aus beruflichen Gründen einen Mac und habe mal recherchiert, was für Programme dort in Frage kommen. Am besten/einfachsten erscheint mir ein Plugin für den Firefox: Zotero. Es scheint wirklich gut zu sein (siehe die Kommentare auf der Firefox-Plugin-Seite). Es ist außerdem plattformunabhängig! Eine Office/Open Office-Integration gibt es auch.

    Hier noch ein Zitat:
    Eine Frage noch: Bietet die Fernuni Hagen für eine bestimmte Literaturverwaltung eine Campus-Lizenz?

    Viele Grüße, gyokuro
  11. Guten Abend!
    Ich krame dieses alte Thema noch einmal mit einer Frage aus:

    Ist es evemtuell sinnvoll, sich eine Lesetechnik anzueignen, mit der man das (wahrscheinlich sehr umfangreiche) Studienmaterial schneller bearbeiten kann? Benutzt Ihr sowas? Es gibt ja mannigfaltige Bücher zu diesem Thema, z.B.:
    oder
    oder


    Da so eine Technik viel Übung erfordert, Frage ich mich, ob man nicht nur schneller liest, sondern eben auch das Gelesene behalten kann...

    Über ein paar Erfahrungsberichte freue ich mich! Viele Grüße, gyokuro
  12. Hallo gyokuro.

    Sinnvoll bestimmt.
    Habe noch das Buch "Photo Reading" (Scheele) und wollte mich mal mit dem Thema anfreunden, habe es aber noch nicht hinbekommen, da ich es sehr aufwändig finde das hinzubekommen und das Buch/Thema erstmal vor einiger Zeit zur Seite gelegt.
    Also ich habe noch keine Erfahrung damit; ist aber ein interessantes Thema.
    Und best. nicht übel wenn,an das drauf hat (und fast so schnell wie Data Texte verarbeiten kann :)

    Hast du schon mal MindMapping ausprobiert? Erfordert zwar auch Übung, aber relativ wenig Aufwand sich da einzuarbeiten.

    LG, Bruno
  13. Hallo gyokuro,

    habe visual reading und speed reading gelesen und einpaar tipps davon kann ich wärmstens empfehlen.

    Was ich anwede, was auch in einem der Bücher beschrieben steht, dass man einen Stift zum lesen benutzen kann. Man geht mit der Spitze des Bleistifts an dem Text entlang. Das Auge reagiert nämlich auf Bewegung und folgt aufmerksamer dem Stift und natürlich dem TExt. Wir neigen dazu im Text umherzuspringen, unbewusst natürlich, was das Leseverständnis senkt. Man kann auch einen Finger immer den Anfang einer Zeile halten, damit man sich nicht in der Zeile verliert, was für mich sehr hilfreich war. Die Methode mit dem Bleistift hat noch den Vorteil, dass man sofort unterstrichen kann, wenn man was wichtiges gelesen hat.
    Außerdem gibts die Methode zwei Worte aufeinmal zusehen, und wenn man erfahrener wird kann man bis zu 7 Worte auf einmal aufnehmnen. Ich mache das immer mit drei Worten.

    Ich kann zwar ein Buch von 200 Seiten nicht wie andere in 1 Stunde lesen (was angeblich noch langsam ist), aber wenn ich 3 Stunden dafür brauche, finde ich es auch super. (Früher habe ich für die Seitenzahl 10 Stunden gebraucht)

    Also ich kann damit einen Erfolg verzeichnen und ich merke mir den Inhalt auch gut, wenn nicht besser als früher.(weil die konzentration nicht abgelnkt wird)

    Hoffe ich konnte dir/euch bisschen helfen.
    Lg
    asumra
  14. Ich habe noch einen Tipp!
    Ich brauche das scdhreiben von Hand, und das selbstgeschriebene lesen, meine am PC verfassten Zusammenfassungen schreibe ich mir auf Karteikarten und behalte sie so viel besser. Das ist ohne Frage aufwendig, aber mir bleibt es dann hängen, weil ich beim schreiben automatisch nochmal nachdenke. Zum Schluss gehe ich dann die Kartei durch.
    LG
  15. sonnenscheiner

    Studiengang:
    Bachelor Wirtschaftswissenschaft
    Also ich hab nun mal auf dem Smartphone eine App namens Speedreader. Damit kann man schon mal Fortschritte machen. Und vor allem sind diese Trainings so schön motivierend, da immer Interaktion des Telefons kommt. Ich konnte damit 20% schneller lesen als vorher.
    Bücher dazu find ich nicht so angenehm.
  16. Gina2

    Studiengang:
    Bachelor Psychologie, Bachelor Bildungswissenschaft
    Yoda, geht mir auch so, was ich per Hand schreibe, bleibt viel mehr haften, als wenn ich es am Pc lese oder tippe, daher habe ich auch alles per Hand für die Klausur aufgeschrieben
  17. Monik40

    Studiengang:
    Bachelor Psychologie
    Na ganz toll, schmunzel, laut Test bin ich auch der kommunikative Lerntyp....dann passt es ja mit Fernstudium, wo man ganz alleine den Text durcharbeitet und manchmal echt sich gruselt, weil nichts hängen bleibt und die Sorgenfalten immer tiefere Furchen auf der Stirn zeichnen. Naja, noch ist mein Spiegelbild lieb zu mir.....

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